Vattenfall stoppt Ausbau von AKW Forsmark
31.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der Sprecher trat damit der Vermutung entgegen, die Veröffentlichung eines internen Prüfberichts über den Störfall in Forsmark im Juli vergangenen Jahres im schwedischen Fernsehen in dem Mitarbeiter des Unternehmens über einen «Verfall der Sicherheitskultur» klagen stecke hinter den Entscheidung. Bei dem Störfall im Reaktor 1 der Anlage war nach einem Kurzschluss die Notstromversorgung nicht automatisch angesprungen. Mehr als 20 Minuten hatte die Bedienungsmannschaft keine Kontrolle über die Kernschmelze.
Vattenfall hatte die Anlage ausbauen wollen auch weil die im vergangenen Jahr ins Amt gelangte konservative Regierung den gefassten Beschluss, grundsätzlich aus der Atomenergie auszusteigen, scheinbar nicht umsetzen wollte. Am Mittwoch schaltete sich indes Umweltminister Anders Carlgren in die Debatte ein und stellte klar, die Vorgänge hätten seine generelle Skepsis gegenüber der Atomkraft bestätigt.
Kernkraft-Kritiker hatten bereits bei dem Störfall im Sommer behauptet, in Forsmark habe sogar eine Kernschmelze gedroht. Die Befürchtungen werden durch den im TV veröffentlichten internen Vattenfall-Bericht gestärkt: Er listet nicht weniger als 22 Unglücksfälle und 68 geringfügige Zwischenfälle allein für die jüngste Vergangenheit auf. Auch im zweiten Reaktor der Anlage habe es Probleme gegeben: Bei der Renovierung habe es mehrere Unfälle gegeben, die auch zu Todesfällen hätten führen können.

